Umwelt-Cockpit
Vorschaubild zum Thema Stadtentwicklung zeigt ein Clipboard.
Vorschaubild zeigt ein Clipboard.

Stadtverwaltung und -entwicklung

Um den Zustand der Umwelt in der Stadt Baden beurteilen zu können, muss diese in den Kontext von Einwohnenden- und Beschäftigtenzahlen gesetzt werden. Auch die tägliche Arbeit der Verwaltungsmitarbeitenden beeinflusst den Umweltzustand.

Es leben immer mehr Personen in Baden und durch die Fusion mit Turgi ist die Stadt die grösste Gemeinde im Aargau geworden. Zusätzlich arbeiten in Baden mehr Beschäftigte als dort Einwohnende leben. Dieser Nutzungsdruck verlangt einen nachhaltigen Umgang mit der verfügbaren Fläche und den Ressourcen in Baden.

Die Tätigkeiten der Stadtverwaltung haben ebenfalls einen Einfluss auf die Umwelt. Beispielsweise bei der Beschaffung, beim Bauen und bei der Grünflächenbewirtschaftung haben die Verwaltungsmitarbeitenden einen grossen Hebel, um sich für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Dafür hat die Verwaltung verschiedene Prinzipien und Leitfäden erstellt, die sie fortan anwendet und umsetzt. Die Stadt Baden will dadurch mit gutem Beispiel vorangehen. Es gibt jedoch noch immer Handlungsbedarf, um den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen weiter zu verbessern.

Wohnbevölkerung

Quelle: Kreisstatistik Baden

No Data Found

Im Dezember 2024 zählte die Stadt Baden 23’891 Einwohnende. Dies entspricht einer Zunahme von 30 % oder 5’422 Einwohnenden seit 2010. 8% oder 3’174 Einwohnende kamen im Jahr 2024 durch die Fusion mit Turgi hinzu. Auf Ebene der Quartiere sind seit 2015 besonders die Quartiere Innenstadt (+6 %, 421), Allmend (+13 %, +186) und Rütihof (+7 %, +170) gewachsen.

Beschäftigte und Betriebe

Quelle: Bundesamt für Statistik. 2021. Statistik der Unternehmensstruktur
* ohne Turgi

No Data Found

Die Stadt Baden zählte im Jahr 2021 29’226 Beschäftigte in 2’441 Betrieben. Damit hat die Stadt Baden mehr Beschäftigte als Einwohnende. Seit 2011 hat die Anzahl Beschäftigte leicht abgenommen. Die Zahl der Betriebe hat hingegen seit 2011 zugenommen. Die meisten Beschäftigten arbeiten in den Quartieren Innenstadt (18’509 Beschäftigte) und Dättwil (8’917 Beschäftigte). In diesen Quartieren befinden sich die beiden Arbeitsplatzschwerpunkte Baden Nord und Täfern/Esp sowie das Kantonsspital Baden.

Nachhaltige Beschaffung

Jährlich wird in der Schweiz viel Geld für die Beschaffung ausgegeben. Durch eine nachhaltige Beschaffung kann viel für die Umwelt getan werden. Beim Einkauf von Mobiliar, Fahrzeugen, Kleidung oder Büromaterial soll daher nicht nur auf den Preis geachtet werden, sondern auch Kriterien der Umweltverträglichkeit sowie Rohstoff- und Herstellungsart beurteilt werden. Im Leitfaden „Nachhaltige Beschaffung in der Stadtverwaltung“ der Stadt Baden sind dazu Standards formuliert.

Ein Beispiel dafür ist Papier: Die Stadt Baden verwendet ausschliesslich 100 % Recyclingpapier für Couverts sowie zum Drucken und Kopieren. Doch selbst im Recyclingpapier steckt viel verbrauchte Energie. Dokumente gar nicht oder sparsam (z.B. doppelseitig) auszudrucken kann viel Papier sparen.

Bauen

Inhaltsbild zum Thema Bauen zeigt ein eingerüstetes Gebäude

Gemäss Energiekonzept 2017 – 2026 will die Stadt Baden bis 2026 den Ausstoss von Treibhausgasen um 30 % und den Verbrauch von Primärenergie um 15 % senken. Mehrere Unterziele setzen beim eigenen Einflussbereich der Stadt Baden an.

Dazu gehören unter anderem die erneuerbare Wärmeversorgung städtischer Gebäude und die Reduktion des Elektrizitätsverbrauchs der Stadtverwaltung. Zudem muss die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und die Bevölkerung zu Taten und nachhaltigem Verhalten bewegen. Hier sind besonders die eigenen Immobilien und eine zielgerichtete Strategie wichtig. Dafür setzt Baden den Gebäudestandard 2019 von EnergieSchweiz um. Dabei werden beispielsweise Neubauten nach Minergie-A oder Minergie-P oder SNBS-Hochbau Standard umgesetzt.

Öffentliche Grünräume

Städtische Grünräume tragen viel zur Lebensqualität in der Stadt bei. Sie dienen der Erholung, gestalten den Strassenraum, verbessern Stadtklima und Luftqualität und stiften Identität. Für Pflanzen und Tiere stellen sie wichtige Trittbretter zur Verbreitung dar.

Um die Qualität der öffentlichen Grünräume sicherzustellen, hat die Stadt Baden Grundsätze zur naturnahen Gestaltung und Pflege definiert. So sollen beispielsweise wenig genutzte Rasenflächen extensiv gepflegt und, wo möglich, Krautsäume stehen gelassen werden. Es wird kein Pflanzenschutzmittel eingesetzt, ausser bei der Bekämpfung von invasiven Neophyten, und der Werkhof verzichtet auf Torf.

Re-use Bauprojekt Pfaffechappe

Bild zum Thema Pfaffechappe zeigt eine Re-Use-Sitzbank

Das Schulhaus Pfaffechappe wurde in den 1970er-Jahren gebaut und im Sommer 2021 umfassend saniert. Die Stadt Baden hat sich gegen den Abriss und Neubau entschieden, um den CO2- Ausstoss zu minimieren.

Durch den Erhalt von möglichst vielen Strukturen und durch die Wiederverwendung von Mobiliar und Bauteilen aus der Pfaffechappe in anderen Projekten konnte dieses Ziel erreicht werden. Zum Beispiel wurde Material von der Pfaffechappe beim Büro-Umbau von Transa wiederverwendet. Damit konnten 8.7 Tonnen CO2 eingespart werden.

Mehr Infos:

Massnahmen

Definierung Grundsätze zur naturnahen Gestaltung und Pflege von öffentlichen Grünräumen

Erarbeitung des Raumentwicklungskonzepts

Öffentliche Grünräume werden naturnah gestaltet und gepflegt

Umsetzung Gebäudestandard 2019

Überarbeitung Richtlinien Nachhaltige Beschaffung

Tipps für den Alltag

In der Agenda des Umweltblogs finden Sie alle aktuellen Veranstaltungen in der Umgebung, die sich um Umwelt, Natur sowie Nachhaltigkeit drehen.
Auf Baden.ch finden Sie alle aktuellen Informationen zu Entwicklungen und Mitwirkungsmöglichkeiten in der Stadt Baden.

Fragen & Feedback

Fragezeigen

Fragen, Inputs, Kritik? Wir freuen uns darauf zu erfahren, was Ihnen am Umweltbericht gefällt und was wir noch verbessern können.

Autorin Vanessa Angst, Projektleiterin Stadtentwicklung & Stefanie Wiesinger, Fachspezialistin Umwelt und Natur
Stand 16. August 2024