Umwelt-Cockpit
Vorschaubild zeigt eine Schaufel.

Boden und Altlasten

Der Boden ist eine Existenzgrundlage. Er speichert Wasser und Nährstoffe, ist Lebensraum für zahlreiche Lebewesen, filtert Schadstoffe und schützt das Grundwasser vor Verunreinigungen. Böden entstehen über eine sehr lange Zeit, somit sind sie nicht erneuerbar. Ein vorsichtiger Umgang ist essenziell.

Der Boden ist ein riesiger Kohlenstoffspeicher. Dadurch beeinflusst er auch das Klima. Der Boden entzieht der Atmosphäre über abgestorbenes Pflanzenmaterial und Bodenorganismen das Treibhausgas CO2 und bindet es an Humus. Durch den Schutz von Boden wird gleichzeitig also das Klima geschützt. Auch in der Anpassung an den Klimawandel ist unbebauter Boden wichtig: Er kann Wasser aufnehmen und so Hochwasserspitzen vermindern, in Trockenphasen kann der Boden wieder Wasser abgeben.

Um zu beurteilen, ob die Bodenfunktionen langfristig erhalten bleiben, sind Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Böden notwendig.

Des Weiteren muss die Belastung der Böden beurteilt werden. Standorte, die mit verschiedenen Schadstoffen (z.B. Schwermetalle, Chlorierte Kohlenwasserstoffe, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) verunreinigt sind, gelten als belastete Standorte.

 

Belastete Standorte

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Belastete Standorte sind Areale, auf denen früher Abfälle gelagert wurden, oder die mit Schadstoffen verunreinigt sind. Bei einer zu hohen Schadstoffkonzentration können die Bodenfruchtbarkeit und das Grundwasser gefährdet sein. Besonders die industrielle Vergangenheit von Baden hat zu zahlreichen Altlasten und belasteten Böden geführt. Belastete Betriebsstandorte (Fabriken, Industrieareale) gibt es in Baden daher häufiger als Ablagerungsstandorte (ehemalige Deponien).

Schwermetalle

in Prozent
Datenquelle: Bundesamt für Statistik. 2019. Schwemetallbelastung

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Die Belastung des Bodens mit Schwermetallen vermindert die Stoffkreislaufregulation und damit die Nahrungsmittelproduktion. Beispiele sind Kupfer, Zink, Cadmium und Blei. Die meisten Schwermetallkonzentrationen nehmen ab, die Belastung mit Zink und Kupfer nimmt aber zu. Im Kanton Aargau weist fast die Hälfte der ackerbaulich genutzten Standorte eine Zunahme des Kupfer-Totalgehalts auf. Dies ist auf den Einsatz von Hofdüngern zurückzuführen.

Versiegelte Flächen

Datenquelle: Bundesamt für Statistik. 2018. Arealstatistik Land Cover

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Böden, die mit einer wasserundurchlässigen Schicht (z.B. Asphalt, Gebäude) überbaut sind, können ihre natürlichen Funktionen wie Wasserspeicherung und -reinigung, nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erfüllen. In den letzten 30 Jahren hat die versiegelte Fläche in der Schweiz um ca. 40 % zugenommen. 21.1 % der Gemeindefläche von Baden ist versiegelt. Der Durchschnitt der Schweizer Gemeinden liegt bei 9.6 %.

Der grösste Teil der versiegelten Fläche von Baden besteht aus Strassen, Plätzen und Gebäuden.

Massnahmen

Die Stadt Baden setzt folgende Massnahmen bereits um oder plant dies: 

Kugelfangsanierung Rütihof

50m-Kugelfangsanierung Belvédère

Untersuchung Standort Krummbachtobel

Untersuchung Standort Weiermatt

300m-Kugelfangsanierung Belvédère

Untersuchung Inneri Summerhalde

News

Tipps für den Alltag

Versiegeln Sie möglichst wenig Flächen auf Ihrem Grundstück. Pflanzen führen zu einem gesunden Boden.
Lassen Sie Laub und Pflanzenreste im Garten. Dadurch werden die Bodenorganismen gefördert.
Kaufen Sie Pflanzenerde ohne Torf und schützen Sie dadurch Moore als wichtige CO2-Speicher.

Fragen & Feedback

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Autorin Stefanie Wiesinger, Fachspezialistin Umwelt und Natur
Stand 16. August 2024