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Vorschaubild zeigt eine Schaufel.

Boden und Altlasten

Der Boden ist eine Existenzgrundlage. Er speichert Wasser und Nährstoffe, ist Lebensraum für zahlreiche Lebewesen, filtert Schadstoffe und schützt das Grundwasser vor Verunreinigungen. Böden entstehen über eine sehr lange Zeit, somit sind sie nicht erneuerbar. Ein vorsichtiger Umgang ist essenziell.

Der Boden ist ein riesiger Kohlenstoffspeicher. Dadurch beeinflusst er auch das Klima. Der Boden entzieht der Atmosphäre über abgestorbenes Pflanzenmaterial und Bodenorganismen das Treibhausgas CO2 und bindet es an Humus. Durch den Schutz von Boden wird gleichzeitig also das Klima geschützt. Auch in der Anpassung an den Klimawandel ist unbebauter Boden wichtig: Er kann Wasser aufnehmen und so Hochwasserspitzen vermindern, in Trockenphasen kann der Boden wieder Wasser abgeben.

Um zu beurteilen, ob die Bodenfunktionen langfristig erhalten bleiben, sind Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Böden notwendig.

Des Weiteren muss die Belastung der Böden beurteilt werden. Standorte, die mit verschiedenen Schadstoffen (z.B. Schwermetalle, Chlorierte Kohlenwasserstoffe, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) verunreinigt sind, gelten als belastete Standorte.

 

Belastete Standorte

Standorte, bei denen der Boden mit Schadstoffen belastet ist, werden als belastete Standorte bezeichnet. Solche Belastungen entstehen meist durch frühere Nutzungen oder besondere Ereignisse. Bei einer Schadstoffkonzentration, die den jeweiligen Richtwert überschreiten, können die Bodenfruchtbarkeit, das Grundwasser und die Gesundheit gefährdet sein.

Belastete Standorte werden in vier Typen eingeteilt:

  1. Ablagerungsstandorte sind Flächen, auf denen Abfälle oder schadstoffhaltiges Aushubmaterial abgelagert wurden. Dazu gehören ehemalige Deponien oder Geländeauffüllungen.
  2. Unfallstandorte entstehen durch ausserordentliche Ereignisse wie Tanküberfüllungen, Chemikalienunfälle, Explosionen oder Brände. Im Kataster der belasteten Standorte sind häufig sogenannte Restbelastungen erfasst. Diese konnten nach dem Ereignis aus technischen oder sicherheitsrelevanten Gründen nicht vollständig entfernt werden.
  3. Belastete Betriebsstandorte sind Gewerbe‑ oder Industrieareale, auf denen umweltgefährdende Stoffe oder Flüssigkeiten eingesetzt wurden. Durch Verluste oder Leckagen kann es zu Verunreinigungen des Untergrunds kommen.
  4. Schiessanlagen weisen insbesondere im Bereich des Kugelfangs Bodenbelastungen auf. Diese entstehen durch Geschossfragmente und führen vor allem zu erhöhten Konzentrationen von Blei und Antimon.
 

Besonders die industrielle Vergangenheit von Baden hat zahlreiche Altlasten und belastete Böden zur Folge. Belastete Betriebsstandorte (Fabriken, Industrieareale) sind daher auch häufiger als Ablagerungsstandorte (ehemalige Deponien) in Baden.

Belastete Standorte werden im kantonalen Kataster der belasteten Standorte (KBS) erfasst. Weiterführende Informationen zum Kataster der belasteten Standorte finden Sie auf der Website des Kantons Aargau

Belastete Standorte

Nach dem Eintrag eines Standorts in den Kataster der belasteten Standorte prüfen die zuständigen Behörden zuerst, ob von diesem Standort negative Auswirkungen auf Umwelt oder Gesundheit zu erwarten sind. Besteht kein Risiko, sind keine weiteren Schritte notwendig. Kann ein Risiko nicht ausgeschlossen werden, wird der Standort genauer untersucht, zum Beispiel anhand früherer Nutzungen sowie mit technischen Abklärungen gemäss Altlasten‑Verordnung. Diese Untersuchungen zeigen, ob und in welchem Ausmass Boden oder Grundwasser belastet sind. Auf dieser Grundlage entscheiden die Behörden, ob der Standort überwacht oder saniert werden muss.

Schwermetalle

Die Belastung des Bodens mit Schwermetallen vermindert die Stoffkreislaufregulation und damit die Nahrungsmittelproduktion. Beispiele sind Kupfer, Zink, Cadmium und Blei. Die meisten Schwermetallkonzentrationen nehmen ab, die Belastung mit Zink und Kupfer nimmt aber zu. Im Kanton Aargau weist fast die Hälfte der ackerbaulich genutzten Standorte eine Zunahme des Kupfer-Totalgehalts auf. Dies ist auf den Einsatz von Hofdüngern zurückzuführen.

Versiegelte Flächen

Böden, die mit einer wasserundurchlässigen Schicht (z.B. Asphalt, Gebäude) überbaut sind, können ihre natürlichen Funktionen wie Wasserspeicherung und -reinigung, nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erfüllen. In den letzten 30 Jahren hat die versiegelte Fläche in der Schweiz um ca. 40 % zugenommen. 21.1 % der Gemeindefläche von Baden ist versiegelt. Der Durchschnitt der Schweizer Gemeinden liegt bei 9.6 %.

Der grösste Teil der versiegelten Fläche von Baden besteht aus Strassen, Plätzen und Gebäuden.

Massnahmen

Die Stadt Baden setzt folgende Massnahmen bereits um oder plant dies: 

Kugelfangsanierung Rütihof

50m-Kugelfangsanierung Belvédère

Untersuchung Standort Krummbachtobel

Untersuchung Standort Weiermatt

300m-Kugelfangsanierung Belvédère

Untersuchung Inneri Summerhalde

News

Tipps für den Alltag

Versiegeln Sie möglichst wenig Flächen auf Ihrem Grundstück. Pflanzen führen zu einem gesunden Boden.
Lassen Sie Laub und Pflanzenreste im Garten. Dadurch werden die Bodenorganismen gefördert.
Kaufen Sie Pflanzenerde ohne Torf und schützen Sie dadurch Moore als wichtige CO2-Speicher.

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Stand 30. April 2026